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Aufmerksamkeitsökonomie
Wirtschaftslogik, in der die endliche Ressource ‚Aufmerksamkeit‘ zum zentralen Wirtschaftsgut wird. Wer sie auf sich zieht, gewinnt Reichweite und damit Macht. In der Folge als struktureller Treiber inszenierter Familien beschrieben.
<h3>Aufmerksamkeitsökonomie</h3><p>Der Begriff geht auf den US-Soziologen Herbert Simon (1971) zurück: In einer Welt mit Informationsüberfluss wird die menschliche Aufmerksamkeit zur knappen Ressource. Wer sie bündelt, schafft Wert.</p><p><strong>Folgen für Social Media:</strong></p><ul><li>Plattform-Algorithmen optimieren auf <em>Verweildauer</em>, nicht auf <em>Wahrheit</em> oder <em>Würde</em>.</li><li>Wer Aufmerksamkeit bekommt, wird als wertvoll wahrgenommen — unabhängig vom Inhalt.</li><li>Junge Menschen lernen früh: <em>Sichtbarkeit = Wert</em>.</li></ul><p><strong>Bezug zur Folge 89:</strong> Joscha Bongard sieht darin einen strukturellen Treiber dafür, dass Familien sich inszenieren — und Kinder zu einem Element der Reichweitenproduktion werden.</p>