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Confirmation Bias

Kognitive Verzerrung, mit der Menschen Informationen bevorzugt wahrnehmen und glauben, die ihre bereits bestehenden Überzeugungen bestätigen — und gegenläufige Informationen abwerten oder übersehen. Algorithmen verstärken diesen Effekt strukturell.

<h3>Confirmation Bias (Bestätigungsfehler)</h3><p>Klassischer Begriff der kognitiven Psychologie, geprägt von Peter Wason in den 1960er Jahren. Beschreibt die menschliche Tendenz, neue Informationen so zu interpretieren, dass sie zu bestehenden Überzeugungen passen — und Widersprüche zu ignorieren oder kleinzureden.</p><p><strong>Drei typische Mechanismen:</strong></p><ul><li><em>Selektive Suche</em> — wir suchen aktiv nach Quellen, die unsere Meinung stützen.</li><li><em>Selektive Wahrnehmung</em> — wir nehmen passende Informationen leichter wahr als gegenläufige.</li><li><em>Selektives Erinnern</em> — wir erinnern uns besser an bestätigende Beispiele.</li></ul><p><strong>Algorithmische Verstärkung:</strong> Empfehlungssysteme von Social-Media-Plattformen verstärken Confirmation Bias strukturell. Sie zeigen uns mehr von dem, womit wir lange interagieren — und damit mehr von dem, was unsere Vorurteile bestätigt. Das führt zur Filterblase und kann politische Polarisierung beschleunigen.</p><p><strong>Bezug zur Folge 71:</strong> Moritz beschreibt selbstkritisch, dass er <em>‚unbewusst die ganze Zeit nach eigenen Werten und Vorurteilen‘</em> bewertet — auch beim Sehen des Gaza-Videos. Die Anerkennung dieses Effekts ist der Anfang von Medienkompetenz.</p>