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Default Mode Network (DMN)

Hirnnetzwerk, das aktiv wird, wenn die Aufmerksamkeit nicht auf eine externe Aufgabe gerichtet ist — etwa beim Tagträumen, beim Nachdenken über sich selbst oder beim Erinnern. Hintergrund für das, was Moritz Becker als ‚Leerlauf des Gehirns‘ beschreibt.

<h3>Default Mode Network (DMN)</h3><p>Großräumiges Hirnnetzwerk, das primär aus dem medialen präfrontalen Cortex, dem posterioren Cingulum, dem Precuneus und dem Gyrus angularis besteht. Charakteristisch: Es ist <em>aktiv im Ruhezustand</em> und beim Tagträumen — nicht beim konzentrierten Bearbeiten einer externen Aufgabe.</p><p><strong>Funktionen:</strong></p><ul><li>Selbstbezogenes Denken (Wer bin ich?)</li><li>Soziales Denken (Was denkt die andere Person?)</li><li>Erinnerung an die Vergangenheit</li><li>Vorstellung der Zukunft</li><li>Mind Wandering / Gedankenwandern</li></ul><p><strong>Bezug zur Folge 68:</strong> Wenn Moritz Becker sagt, das Gehirn habe in der Langeweile <em>‚Überkapazitäten‘</em>, beschreibt er genau jenen Zustand, in dem das DMN dominiert. Dieser Zustand kann konstruktiv (Kreativität, Selbstreflexion) oder belastend (Grübeln) wirken.</p><p><strong>Forschung:</strong> Killingsworth & Gilbert (2010) schätzen, dass bis zu 50 Prozent unserer wachen Zeit in Mind Wandering verbracht wird. Aktuelle Übersicht in <em>Neuron</em> (2023): ‚20 years of the default mode network‘.</p>