D

Doomscrolling

Englisch von <em>doom</em> (Verhängnis) und <em>scrolling</em>. Bezeichnet das endlose, oft unbewusste Weiterscrollen durch Social-Media-Feeds — meistens negative oder beunruhigende Inhalte, oft über die selbst gewollte Zeit hinaus. Wird durch Algorithmen aktiv gefördert.

<h3>Doomscrolling</h3><p>Wortneuschöpfung aus <em>doom</em> (engl. „Verhängnis, Untergang") und <em>scrolling</em>. Etabliert im Sprachgebrauch seit der Corona-Pandemie 2020.</p><p><strong>Was ist es?</strong> Das ungewollte, oft stundenlange Weiterscrollen durch einen Social-Media-Feed — meist mit überwiegend negativen, beunruhigenden oder reizvollen Inhalten. Der Nutzer wollte ursprünglich <em>fünf Minuten</em> schauen und stellt nach zwei Stunden fest, dass er nicht aufhören konnte.</p><p><strong>Warum entsteht es?</strong> Plattform-Algorithmen sind auf <em>Verweildauer</em> optimiert — nicht auf Wahrheit, Nützlichkeit oder Wohlergehen. Negative Inhalte triggern stärkere emotionale Reaktionen und werden deshalb häufiger empfohlen.</p><p><strong>Wer ist besonders betroffen?</strong></p><ul><li>Menschen mit unausgereiftem präfrontalen Kortex (Kinder und Jugendliche).</li><li>Menschen in emotionalen Krisen (siehe Säulenmodell).</li><li>Menschen mit wenig Erfahrung im Umgang mit algorithmischen Empfehlungen.</li></ul><p><strong>Bezug zur Folge 86:</strong> Moritz' Vorschlag eines „öffentlich-rechtlichen TikTok" zielt explizit darauf, Doomscrolling strukturell zu verhindern — durch einen Algorithmus, der nicht auf Verweildauer, sondern auf Bildung optimiert.</p>