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Bauchgefühl (in der Medienerziehung)

Begriff der Folge: das intuitive elterliche Wissen, wie auf Kinderkonflikte zu reagieren ist. Bei Offline-Situationen meist verlässlich vorhanden, bei Online-Situationen oft fehlend — weil Eltern selbst keine vergleichbaren digitalen Konflikte erlebt haben.

<h3>Bauchgefühl (in der Medienerziehung)</h3><p>Im Podcast ‚Was mit Medienerziehung‘ verwendeter Sammelbegriff für die intuitive elterliche Reaktionssicherheit bei Konflikten und Risikosituationen ihrer Kinder.</p><p><strong>Offline funktioniert es:</strong> Bei einer Schubserei auf dem Schulhof, einem verschwundenen Turnbeutel oder einer Mutprobe am Baggersee wissen Eltern aus eigener Erfahrung, wie man die Lage einordnet und welche Reaktion angemessen ist (Gespräch, Klassenleitung informieren, Konsequenzen aushandeln).</p><p><strong>Online fehlt es oft:</strong> Bei einer Bloßstellung im Klassenchat, einer Beleidigung in einer Story oder einer TikTok-Challenge fehlen den meisten Eltern eigene Erfahrungen aus ihrer Jugend — sie sind die erste Generation, die digitale Konflikte ihrer Kinder begleiten muss, ohne sie selbst durchlebt zu haben.</p><p><strong>Folge:</strong> Eltern reagieren entweder bagatellisierend (‚ist halt Internet‘) oder überzogen (sofort Polizei). Moritz Becker plädiert dafür, die emotionale Brücke zu Offline-Erfahrungen zu schlagen — eine öffentliche Bloßstellung vor 25 Mitschüler:innen ist gefühlt vergleichbar mit einem Auslachen vor der Klasse.</p>